{"id":18105,"date":"2020-03-23T10:36:36","date_gmt":"2020-03-23T09:36:36","guid":{"rendered":"https:\/\/www.amag-group.ch\/blog\/?p=18105"},"modified":"2025-03-21T09:57:22","modified_gmt":"2025-03-21T08:57:22","slug":"digitalisierung-in-der-berufsbildung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.amag-group.ch\/blog\/digitalisierung-in-der-berufsbildung\/","title":{"rendered":"Digitalisierung in der Berufsbildung"},"content":{"rendered":"<p>Zeitreise zur\u00fcck ins Jahr 2002. Eine Jugendliche ist auf der Suche nach einer Lehrstelle als kaufm\u00e4nnische Angestellte. Was sie daf\u00fcr braucht? Passende Stelleninserate, einen Lebenslauf, ein Foto, ein Bewerbungsschreiben. So weit, so gut \u2013 so weit gleich wie heute. Trotzdem sind die Unterschiede im Bewerbungsprozess frappant: Die Lehrstellen hat sie vor knapp 20 Jahren im w\u00f6chentlich erscheinenden Amtsblatt gesucht, in der Zeitung oder im Berufsinformationszentrum. Den Lebenslauf hat sie auf dem PC geschrieben, das Foto dazu war ein Passfoto vom Passfotoautomaten, aufgeklebt mit Leim. Im Lebenslauf standen neben den pers\u00f6nlichen Daten auch Dinge wie der Beruf des Vaters und der Mutter und die Information, ob man Geschwister hat. Das Bewerbungsschreiben? Von Hand geschrieben, weil es sich so geh\u00f6rte, \u00abes chunnt besser a\u00bb. Verschickt wurde das Ganze in einer Bewerbungsmappe und einem A-Post-Couvert.<\/p>\n<p>Und heute? Das Vorgehen, die handschriftliche Bewerbung und das geklebte, unprofessionelle Passfoto: undenkbar! Die heutigen Lehrstellen (ja gar die Schnupperlehrstellen) werden nur noch online ausgeschrieben. Die Bewerbungsschreiben und Lebensl\u00e4ufe sind oftmals kreativ gestaltete Bl\u00e4tter mit professionellen Bewerbungsfotos. Die Bewerbung der Lernenden erfolgt elektronisch via Onlineformular auf future.amag.ch. F\u00fcr die Jugendlichen scheint dieser Wandel \u00fcber die letzten Jahre kein Problem darzustellen. Es gibt aber auch die Kehrseite der Medaille: Kleinere Unternehmen (je nach Branche), \u00e4ltere Lehrpersonen, aber auch einige Eltern k\u00f6nnen mit diesen Trends nicht mithalten. Eltern und Lehrpersonen k\u00f6nnen die k\u00fcnftigen Lernenden bei ihren Bewerbungen nicht mehr optimal unterst\u00fctzen. Es fragt sich deshalb, wie weit die Digitalisierung bei der Rekrutierung der Lernenden gehen soll.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.amag-group.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Fitore-Velija.png\"><img decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-18130\" src=\"https:\/\/www.amag-group.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Fitore-Velija-305x414.png\" alt=\"\" width=\"100\" height=\"136\" srcset=\"https:\/\/www.amag-group.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Fitore-Velija-305x414.png 305w, https:\/\/www.amag-group.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Fitore-Velija.png 527w\" sizes=\"(max-width: 100px) 100vw, 100px\" \/><\/a><strong>Fitore Velija<\/strong>, Projektleiterin Berufsbildung in der AMAG erkl\u00e4rt: \u00abWir erwarten von den Jugendlichen eine gewisse Affinit\u00e4t zur digitalen Welt, auch wenn ihr Beruf, den sie aus\u00fcben werden, nicht im B\u00fcro ist. Die heute 14-, 15-J\u00e4hrigen sind mit Laptops und den g\u00e4ngigen Programmen aufgewachsen und als \u00abDigital Natives\u00bb (Anmerkung der Red.: der Begriff Digital Natives bezeichnet Personen, die in der digitalen Welt aufgewachsen sind) f\u00e4llt es ihnen nicht schwer, ein Bewerbungsschreiben am PC zu verfassen und online einzureichen. Uns ist es aber trotzdem wichtig, dass wir die Jugendlichen f\u00fcr ein Interview pers\u00f6nlich treffen. Wir m\u00f6chten ein Gef\u00fchl f\u00fcr die jungen Erwachsenen bekommen, und daf\u00fcr ist der pers\u00f6nliche Kontakt beim ersten Gespr\u00e4ch und w\u00e4hrend der Schnupperlehre f\u00fcr uns unabdingbar.\u00bb<\/p>\n<h3><strong>Die Ver\u00e4nderungsbereitschaft der Jugendlichen ist gross<\/strong><\/h3>\n<p>Die Digitalisierung betrifft aber nicht nur den Bewerbungsprozess, sondern vor allem auch die Aus\u00fcbung des Berufs. Die verlangten F\u00e4higkeiten und die Erwartungen an einen Beruf sind heute ganz andere als noch vor einigen Jahren. Die Jugendlichen m\u00fcssen von Anfang an Flexibilit\u00e4t beweisen, indem sie beispielsweise neue Programme, die sie f\u00fcr ihren Alltag ben\u00f6tigen, rasch erlernen k\u00f6nnen. Sie erwerben mit den heutigen Bildungspl\u00e4nen Kompetenzen, die sie in verschiedenen Fachbereichen anwenden k\u00f6nnen \u2013 und nicht nur spezifische Fachkenntnisse aus ihrem pers\u00f6nlichen Kernbereich. So sind die Lernenden flexibel in anderen Fachbereichen einsetzbar, und sie sind vorbereitet, wenn Ver\u00e4nderungen auf sie zukommen. Dadurch ist die Bereitschaft, Ver\u00e4nderungen anzunehmen, bei Lernenden meistens gr\u00f6sser als bei \u00e4lteren Mitarbeitenden. Die Jugendlichen sind mit der digitalen Transformation aufgewachsen, und sie sind es gewohnt, sich st\u00e4ndig auf Neues einzulassen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.amag-group.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Nico-Hangartner-1.png\"><img decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-18126\" src=\"https:\/\/www.amag-group.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Nico-Hangartner-1-300x414.png\" alt=\"\" width=\"100\" height=\"138\" srcset=\"https:\/\/www.amag-group.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Nico-Hangartner-1-300x414.png 300w, https:\/\/www.amag-group.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Nico-Hangartner-1.png 403w\" sizes=\"(max-width: 100px) 100vw, 100px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Konkret bedeutet die Digitalisierung f\u00fcr die Lernenden, dass sie sich neuen Herausforderungen stellen m\u00fcssen. Beispielsweise treffen Automobil-Mechatroniker bei Elektro- und Hybridautos auf ganz neue Technologien, f\u00fcr die neues Know-how erforderlich ist. <strong>Nico Hangartner<\/strong>, Automobil-Mechatroniker im 3. Lehrjahr, sieht die Zukunft seines Berufs so: \u00abIch werde k\u00fcnftig noch mehr mit dem Diagnoseger\u00e4t arbeiten, da die ganzen Systeme weiter vernetzt werden. Das Fahrzeug wird \u00e4hnlich bleiben, denn ganz digitalisieren kann man es nicht, deshalb werden gewisse Bereiche unserer Arbeit so bleiben, wie sie heute sind.\u00bb Nico weiss, dass Roboter bereits heute im Autobau und stark bei Routinearbeiten eingesetzt werden. Trotzdem glaubt er, dass er und seine Arbeitskolleginnen und Arbeitskollegen in den n\u00e4chsten Jahren nicht durch Roboter ersetzt werden. Denn er ist \u00fcberzeugt: \u00abF\u00fcr das vernetzte Arbeiten und das Darstellen von Zusammenh\u00e4ngen braucht es uns noch eine Weile.\u00bb<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.amag-group.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Alain-Soto.png\"><img decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-18119\" src=\"https:\/\/www.amag-group.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Alain-Soto-323x414.png\" alt=\"\" width=\"100\" height=\"128\" srcset=\"https:\/\/www.amag-group.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Alain-Soto-323x414.png 323w, https:\/\/www.amag-group.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Alain-Soto.png 450w\" sizes=\"(max-width: 100px) 100vw, 100px\" \/><\/a>Der Nachwuchs weiss, dass es gerade aufgrund dieser Ver\u00e4nderungen wichtig ist, sich stetig weiterzuentwickeln. Nico ist \u00fcberzeugt: \u00abWir Jungen sind bereit f\u00fcr die digitale Welt, denn wir kennen die neuen Technologien und haben keine Angst davor.\u00bb Auch <strong>Alain Soto<\/strong>, ausgelernter Automobil-Mechatroniker, denkt bereits zwei Schritte weiter: \u00abDie mechanischen Arbeitsabl\u00e4ufe werden zur\u00fcckgehen, und die pr\u00e4zisere Elektronik wird alles dominieren. Eine Weiterbildung in diesem Bereich wird sich deshalb lohnen, da es zahlreiche interessante Aspekte zu lernen gibt.\u00bb<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Auch in den Berufsschulen h\u00e4lt die Digitalisierung immer st\u00e4rker Einzug: Schulb\u00fccher, physische Ordner und Skripts werden durch eine Onlineplattform ersetzt, auf die man via Tablet oder Laptop zugreifen kann. Lernende erhalten die Lehrmittel elektronisch und arbeiten gemeinsam in Clouds. Das ist zum Beispiel bei der Berufsschule in Baden bereits Alltag. In den AMAG Betrieben und in den \u00fcberbetrieblichen Kursen lernen die Jugendlichen dann das Praktische \u00fcber die neuen Technologien unserer Branche. Auch unsere AMAG Academy f\u00fchrt diverse Kurse, bei denen beispielsweise neue Automodelle oder andere Innovationen thematisiert werden. Unsere ausgew\u00e4hlten Young Talents (Anmerkung der Red.: Lernende mit gutem Notendurchschnitt im schulischen und betrieblichen Bereich) haben die M\u00f6glichkeit, solche Kurse kostenlos zu besuchen.<\/p>\n<h3><strong>Lernende pr\u00e4gen unsere Zukunft massgeblich mit <\/strong><\/h3>\n<p>Wenn wir diese Ver\u00e4nderungen anschauen, stellt sich die Frage, welche Berufe es k\u00fcnftig noch in der heutigen Form geben wird und welche Berufsbilder sich stark ver\u00e4ndern werden.<\/p>\n<p>Fitore kann unseren Nachwuchs beruhigen: \u00abNat\u00fcrlich braucht es nach wie vor Manpower in allen Berufen. Wie Nico gesagt hat, k\u00f6nnen zwar gewisse Routinearbeiten von Robotern oder Computern \u00fcbernommen werden, viele Arbeiten ben\u00f6tigen aber weiterhin das Denken und Handeln von uns Menschen. Trotzdem ist es wichtig, dass wir am Ball bleiben und auch auf unserem k\u00fcnftigen Weg stetig dazulernen und uns weiterbilden. Aber das haben viele unserer Jugendlichen ja bereits verstanden.\u00bb<\/p>\n<p>In Sachen digitale Transformation k\u00f6nnen wir unseren Lernenden also definitiv nichts vormachen. Wir sollten sie wohl eher viel mehr involvieren und nach ihren Ideen fragen, denn sie sind motiviert, die AMAG voranzubringen. Ausserdem bringen sie eine gute Portion Neugier mit und zeigen sich offen gegen\u00fcber der digitalen Welt.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-17579\" src=\"https:\/\/www.amag-group.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/lifelong-learning-fit-DE-1024x219-e1580376964282-620x148.png\" alt=\"\" width=\"400\" height=\"94\" \/>Die AMAG hat sich mit der #LifelongLearning-Kampagne dazu verpflichtet, Weiterbildungen ihrer Mitarbeitenden \u2013 insbesondere im digitalen Bereich \u2013 zu unterst\u00fctzen. Mehr zur AMAG als Arbeitgeberin unter: <span style=\"text-decoration: underline;\"><a href=\"https:\/\/jobs.amag.ch\/arbeiten-bei-der-amag.html\">jobs.amag.ch<\/a> <\/span>und zu den Lehrberufen untern: <span style=\"text-decoration: underline;\"><a href=\"https:\/\/www.amag.ch\/amagch\/corp\/de\/jobs\/lehrstellen-und-praktika.html\">future.amag.ch<\/a><\/span><\/p>\n<h3><strong>Weitere Links und Artikel zum Thema:<\/strong><\/h3>\n<ul>\n<li><span style=\"text-decoration: underline;\"><a href=\"https:\/\/www.amag.ch\/amagch\/corp\/de\/jobs\/lehrstellen-und-praktika.html\">Berufsbildung bei der AMAG<\/a><\/span><\/li>\n<li><span style=\"text-decoration: underline;\"><a href=\"https:\/\/www.amag-group.ch\/blog\/rekrutierung-der-lernenden-heute\/\">Rekrutierung der Lernenden heute<\/a><\/span><\/li>\n<li><span style=\"text-decoration: underline;\"><a href=\"https:\/\/www.linkedin.com\/pulse\/die-amag-unterst%C3%BCtzt-initiative-lifelonglearning-morten-hannesbo\/\">Linkedin-Artikel von Morten Hannesbo zum Engagement der LifelongLearning-Initiative<\/a><\/span><\/li>\n<li><span style=\"text-decoration: underline;\"><a href=\"https:\/\/www.amag-group.ch\/blog\/ohne-lernende-kann-die-amag-nicht-funktionieren\/\">\u00abOhne Lernende kann die AMAG nicht funktionieren\u00bb<\/a><\/span><\/li>\n<li><span style=\"text-decoration: underline;\"><a href=\"https:\/\/www.amag-group.ch\/blog\/amag-welcome-camp-wie-neue-lernende-in-die-amag-aufgenommen-werden\/\">AMAG Welcome Camp: Wie neue Lernende in die AMAG aufgenommen werden<\/a><\/span><\/li>\n<li><span style=\"text-decoration: underline;\"><a href=\"https:\/\/www.amag-group.ch\/blog\/lernende-im-fokus-nico-hangartner\/\">Lernende im Fokus: Nico Hangartner<\/a><\/span><\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Digitalisierung macht vor keinem Bereich halt. Wie ver\u00e4ndert die digitale Transformation die Welt der Lernenden und wie gehen sie damit um? <\/p>\n","protected":false},"author":27,"featured_media":18107,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"inline_featured_image":false,"footnotes":""},"categories":[9816],"tags":[],"class_list":["post-18105","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-next-generation"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.amag-group.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18105","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.amag-group.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.amag-group.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.amag-group.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/27"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.amag-group.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=18105"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.amag-group.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18105\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":31705,"href":"https:\/\/www.amag-group.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18105\/revisions\/31705"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.amag-group.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/18107"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.amag-group.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=18105"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.amag-group.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=18105"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.amag-group.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=18105"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}