{"id":1312,"date":"2015-08-13T10:22:54","date_gmt":"2015-08-13T08:22:54","guid":{"rendered":"http:\/\/www.amag-group.ch\/blog\/?p=1312"},"modified":"2020-04-23T09:30:00","modified_gmt":"2020-04-23T07:30:00","slug":"50-jahre-erster-neuer-audi","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.amag-group.ch\/blog\/50-jahre-erster-neuer-audi\/","title":{"rendered":"50 Jahre \u00aberster neuer Audi\u00bb"},"content":{"rendered":"<p>Wir gehen einige Jahre zur\u00fcck bis ins Jahr 1957, in dem der damals unter dem Namen Daimler-Benz bekannte Autohersteller die Auto-Union GmbH aufkaufte. Die Auto-Union war zu dieser Zeit ein bekannter Hersteller verschiedener Fahrzeuge vom Motorrad bis hin zum Transporter und vertrieb diese unter den Markennamen DKW. Man hielt in der Auto-Union am Zweitaktmotor fest, f\u00fcr den aber zu der Zeit kaum mehr eine Nachfrage bestand. Nach wie vor mit dieser Motorisierung ausgestattet, stellt man im Jahre 1963 den F 102 vor, obwohl bereits zu dieser Zeit seitens Daimler darauf hingewiesen wurde, dass diese Technologie veraltet und nicht mehr zeitgem\u00e4ss war. Im Hintergrund t\u00fcftelten seinerzeit einige Daimler-Ingenieure rund um den \u00e4usserst begabten Ludwig Kraus an einem Modell mit Viertaktmotor, um den erfolglosen Zweitaktmotor abzul\u00f6sen. Die Ingenieure entwickelten einen Reihen-Vierzylinder-Motor mit 1.7 Litern Hubraum und \u00fcberdurchschnittlich hoher Verdichtung f\u00fcr einen Benzinmotor. Dieser neue Motor wurde im Prototyp W119 von Mercedes verbaut. Es war klar zu erkennen, dass dieser Prototyp nicht f\u00fcr Mercedes, sondern f\u00fcr die Auto-Union entwickelt worden war.<\/p>\n<p>Von einem Viertaktmotor wollte man jedoch bei der Auto-Union zu dieser Zeit nichts wissen, man glaubte an den Zweitaktmotor als ein Markenzeichen von DKW. Die Fokussierung auf den Zweitaktmotor f\u00fchrte jedoch dazu, dass die Zahlen der Auto-Union derart miserabel waren, dass das Unternehmen einem fast sicher geglaubten Untergang entgegen schlitterte. Der F 102 verkaufte sich mehr als schlecht, der deutschen Wirtschaft erging es w\u00e4hrend der Zeit des Wirtschaftswunders nach dem 2. Weltkrieg jedoch pr\u00e4chtig. Von dieser positiven Wirtschaftslage konnte auch die Volkswagen AG profitieren und \u00fcbernahm die Auto-Union zum 1. Januar 1965. Es wurden rigorose \u00c4nderungen vorgenommen, um die mittlerweile hoch verschuldetet Auto-Union zu retten. So wurden ab Mai 1965 im Werk in Ingolstadt t\u00e4glich bis zu 500 VW K\u00e4fer produziert, auch weil die bisherige Produktionskapazit\u00e4t in Wolfsburg zu gering war und Ingolstadt nur wenig ausgelastet war.<\/p>\n<p>Viele der Mitarbeiter der Auto-Union wurden nach der \u00dcbernahme durch Volkswagen entlassen, der Ingenieur Ludwig Kraus geh\u00f6rte nicht dazu und durfte im Rahmen seiner neuen Funktion als technischer Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer die Entwicklung des unter dem Projektnamen bekannten F 103 weiter vorantreiben. Der im Vorfeld entwickelte \u00abMitteldruckmotor\u00bb\u00a0mit Viertaktprinzip wurde im ehemaligen F 102 verbaut und bereits im Fr\u00fchling 1965 konnten 15 Prototypen dieses Modells jetzt als F 103 fertiggestellt werden. Der Mitteldruckmotor verdichtete h\u00f6her als ein herk\u00f6mmlicher Benzinmotor, jedoch niedriger als ein Dieselmotor und ben\u00f6tigt bleihaltigen Kraftstoff. Die Bezeichnung dieses Motors stammt von der f\u00fcr damalige Verh\u00e4ltnisse sehr hohen mittleren Arbeitsdruck. F\u00fcr dieses Modell mit Viertaktmotor war ein neuer Name notwendig geworden, da weder DKW mit der Zweitakt-Dysfunktion noch Auto-Union f\u00fcr den Volkswagen Chef Heinrich Nordhoff als Markenname infrage kamen. Mit Audi statt DKW \u00fcbernahm man einen Namen, der auch zur Auto-Union geh\u00f6rte und in den Jahren vor dem Krieg schon einmal f\u00fcr technischen Fortschritt stand. Damals waren es die vier eigenst\u00e4ndigen, unter dem Dach der Auto-Union zusammengefassten Marken Audi, DKW, Horch und Wanderer, welche durch das Firmenzeichen der vier verschlungenen Ringe symbolisiert wurden. P\u00fcnktlich zur im September beginnenden IAA in Frankfurt wurde dann am 13. August 1965 der \u00aberste neue Audi\u00bb\u00a0produziert. Seitens Auto-Union war man hoch erfreut und bewarb das Modell folgendermassen:<\/p>\n<blockquote>\n<p><em>Der Audi hat einen Mitteldruckmotor wie kein anderes Automobil. Ungew\u00f6hnlich, weil er h\u00f6her verdichtet als alle anderen vergleichbaren Viertaktmotoren. Und ungew\u00f6hnlich auch seiner Eltern wegen. Entwickelt hatte ihn Mercedes-Benz. Die Auto-Union baut ihn.<\/em><\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Da man sich bez\u00fcglich des Projekts Audi F 103 auf keinen Namen einigen konnte, hiess dieser offiziell zun\u00e4chst einfach nur Audi ohne Modellbezeichnung. Inoffiziell sprach man aufgrund seiner PS-Leistung vom Audi 72. Dabei handelte es sich zu Beginn um eine Limousine mit Frontantrieb und Vierzylinder-Viertaktmotor mit 1.7 Litern Hubraum, der die Basis f\u00fcr die erfolgreichen Audi 60 bis Super 90 bildete. Es folgten weitere Modelle mit Motorisierungen bis hin zu 90 PS und neben der Limousine auch ein Kombi. Dieser Audi kann durchaus als Erfolgsmodell bezeichnet werden: bis zum Ende seiner Produktionszeit im Jahr 1972 wurden etwa 470&#8217;000 St\u00fcck produziert. Herzlichen Gl\u00fcckwunsch zum 50.!<\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\"><strong><a href=\"http:\/\/www.amag.ch\/content\/amagch\/corp\/de\/newsletter\/anmeldeformular_Blog.html\">Aktuelles und Hintergr\u00fcnde aus der Welt des Autos.\u00a0<\/a><\/strong><a href=\"http:\/\/www.amag.ch\/content\/amagch\/corp\/de\/newsletter\/anmeldeformular_Blog.html\">Jetzt abonnieren.<\/a><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>L\u00e4ngst sind Audi und Mercedes-Benz als Hersteller von Premiumfahrzeugen etablierte Marken und grosse Konkurrenten. Was viele jedoch nicht wissen, ist die Tatsache, dass Mercedes-Benz entscheidend an der zweiten Karriere von Audi beteiligt war und dar\u00fcber hinaus einen wichtigen Beitrag geleistet hat, um die Auto-Union seinerzeit vor dem fast sicheren Untergang zu bewahren. <\/p>\n","protected":false},"author":27,"featured_media":1317,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"inline_featured_image":false,"footnotes":""},"categories":[1231],"tags":[],"class_list":["post-1312","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-classic-car"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.amag-group.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1312","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.amag-group.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.amag-group.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.amag-group.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/27"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.amag-group.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1312"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.amag-group.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1312\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.amag-group.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1317"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.amag-group.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1312"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.amag-group.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1312"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.amag-group.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1312"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}